66 km/h außerorts zu schnell gefahren

Was nach dem Blitzerfoto droht: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot, Probezeitfolgen und die wichtigsten Prüfpunkte beim Bußgeldbescheid.

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66 km/h zu schnell außerorts: Aktuelle Strafen 2026
Update 24.07.2026

Sie wurden mit exakt 66 km/h außerorts geblitzt? Hier sehen Sie kompakt, welches Bußgeld, welche Punkte und welches Fahrverbot laut Bußgeldkatalog drohen können.

Julia Obrazova, Autorin des Beitrags
Redaktionell erstellt von: Julia Obrazova Fachlich geprüft von: Kay Stolle, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Transport- und Speditionsrecht Veröffentlicht: 24.07.2026 · Fachlich geprüft: 04.08.2026 · Lesezeit: etwa 4 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei 66 km/h außerorts zu schnell droht nach dieser Übersicht ein Bußgeld von 600,00 Euro.
  • Zusätzlich sind 2 Punkte und ein Regelfahrverbot von 2 Monaten vorgesehen.
  • Außerorts kommt es häufig auf Landstraßen oder Autobahnen zu höheren Geschwindigkeiten. Deshalb sind Messung, Toleranzabzug, Fahrerzuordnung und mögliche Fahrverbote besonders genau zu prüfen.
  • Bei einem Bußgeldbescheid läuft regelmäßig eine 14-Tage-Frist für den Einspruch.

Bußgeld für 66 km/h zu schnell außerorts

Wer außerhalb geschlossener Ortschaften um 66 km/h zu schnell fährt, muss nach dem aktuellen Bußgeldkatalog mit einer Sanktion rechnen. Maßgeblich ist, wie hoch die Überschreitung nach Abzug der Toleranz tatsächlich ausfällt und ob besondere Umstände wie Anhänger, LKW oder Wiederholungstäterschaft dazukommen.

600,00 EUR Es drohen zusätzlich folgende weitere Sanktionen: 2 Monate 2 Punkte in Flensburg
Wichtig: sehr hoher außerörtlicher Vorwurf

Bei 61 bis 70 km/h außerorts geht es um eine hohe Sanktionsstufe. Zusätzlich kann relevant werden, ob die Behörde Vorsatz annimmt.

Strafen nach Fahrzeugtyp bei 66 km/h außerorts

Ob PKW, Motorrad, Anhänger oder LKW: Für die Einschätzung zählt nicht nur die gemessene Geschwindigkeit, sondern auch die Fahrzeugart. Die Tabelle zeigt deshalb die wichtigsten Folgen auf einen Blick und kann die Gebühren im Bußgeldverfahren ein- oder ausblenden.

FahrzeugtypTyp PunkteP FahrverbotFV Einspruch
PKW 600,00 Euro 2 Punkte 2 Monate Kostenlos prüfen
Motorrad 600,00 Euro 2 Punkte 2 Monate Kostenlos prüfen
PKW mit Anhänger** 700,00 Euro 2 Punkte 3 Monate Fahrverbot Kostenlos prüfen
LKW über 3,5 t** 700,00 Euro 2 Punkte 3 Monate Fahrverbot Kostenlos prüfen

* Gebühren und Auslagen können im Bußgeldbescheid zusätzlich anfallen.

** Für PKW mit Anhänger und LKW/Kraftfahrzeuge über 3,5 t werden die strengeren Regelsätze der Fahrzeuggruppe nach BKatV Tabelle 1 Buchstabe a verwendet. § 3 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a StVO nennt Personenkraftwagen mit Anhänger ausdrücklich.

BG = Bußgeld ohne Gebühren, P = Punkte, FV = Fahrverbot.

Punkte: Für diesen Verstoß werden 2 Punkte im Fahreignungsregister eingetragen.

Strafen für Motorradfahrer

Für Motorräder gelten außerorts dieselben Sätze wie für PKW: Bei 66 km/h zu viel liegt das Bußgeld bei 600,00 Euro. Entscheidend ist für Biker jedoch oft nicht nur die Sanktion, sondern auch die Frage, ob das Blitzerfoto den Fahrer überhaupt sicher identifizieren kann.

Identifizierungs-Check für Biker

Wichtiger Aspekt: Motorräder haben kein vorderes Kennzeichen und der Fahrer ist durch Helm und Visier oft schwer identifizierbar. Deshalb lohnt sich eine Prüfung der Beweismittel fast immer. Ein erfahrener Anwalt kann Akteneinsicht fordern und prüfen, ob das Blitzerfoto für eine gerichtsfeste Identifizierung ausreicht.

Enforcement Trailer als semistationärer Blitzer-Anhänger außerorts
@zuschnell.org Shutterstock, ID 1582376374 - Enforcement Trailer als semistationärer Blitzer-Anhänger außerorts am Straßenrand.

Warum ist außerorts zu schnell besonders kritisch?

Außerorts sind die gefahrenen Geschwindigkeiten meist höher als in der Stadt. Auf Landstraßen, Autobahnen, in Baustellenbereichen oder bei wechselnden Tempolimits können wenige km/h mehr bereits über Punkte, Fahrverbot oder Probezeitfolgen entscheiden. Deshalb sollten Messung, Beschilderung, Toleranzabzug und Fahrerzuordnung genau geprüft werden.

Nach § 3 StVO muss die Geschwindigkeit an Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse angepasst werden. Auch wenn eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit erlaubt ist, kann im Einzelfall eine niedrigere Geschwindigkeit geboten sein.

Was passiert nach dem Blitzer?

Nach einer Messung kommt nicht immer sofort der endgültige Bußgeldbescheid. Häufig verschickt die Behörde zunächst einen Anhörungsbogen oder, wenn der Fahrer noch unklar ist, einen Zeugenfragebogen. Erst später kann der Bußgeldbescheid folgen.

Schreiben Was bedeutet das? Was prüfen?
Anhörungsbogen Die Behörde teilt den Vorwurf mit und gibt Gelegenheit zur Stellungnahme. Fahrerzuordnung, Messfoto, Tatzeit, Messort und Aktenzeichen.
Zeugenfragebogen Der Halter soll häufig helfen, den Fahrer zu ermitteln. Ob Auskunftspflichten bestehen und ob der Fahrer tatsächlich erkennbar ist.
Bußgeldbescheid Bußgeld, Punkte, Gebühren und ein mögliches Fahrverbot werden festgesetzt. Zustellung, 14-Tage-Frist, Messdaten, Toleranzabzug und Rechtsfolgen.

Lohnt sich ein Einspruch bei 66 km/h außerorts?

Ein Einspruch kann sinnvoll sein, wenn die Messung zweifelhaft ist, der Fahrer nicht eindeutig zugeordnet werden kann oder die Rechtsfolgen besonders schwer wiegen. Das gilt vor allem bei Punkten in Flensburg, Fahrverbot oder Probezeitmaßnahmen.

Prüfbar sind zum Beispiel Messgerät, Eichung, Messprotokoll, Beschilderung, Toleranzabzug, Aktenlage und Zustellung. Auch formale Fehler können eine Rolle spielen. Wichtig ist, die Frist nicht verstreichen zu lassen.

Das sagt Rechtsanwalt Kay Stolle Fachliche Einordnung zum Geschwindigkeitsverstoß Zum Anwaltsprofil
Bei einem Geschwindigkeitsvorwurf außerorts reicht der Blick auf den Geldbetrag nicht aus. Ich prüfe insbesondere, ob Fahrer, Messung, Toleranzabzug und Zustellung nachvollziehbar dokumentiert sind. Erst die Akte zeigt, ob konkrete Einwände bestehen.

Bußgeldbescheid wegen 66 km/h außerorts erhalten?

Lassen Sie früh prüfen, ob ein Einspruch sinnvoll sein kann, bevor Fristen verstreichen oder Angaben gemacht werden, die später schwer zu korrigieren sind.

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Probezeit: Was gilt für Fahranfänger?

In der Probezeit können Geschwindigkeitsverstöße zusätzliche Folgen haben. Ab einer Überschreitung von mehr als 20 km/h handelt es sich regelmäßig um einen schwerwiegenden Verstoß. Dann können Probezeitverlängerung und Aufbauseminar drohen. Bei weiteren Verstößen kommen zusätzliche Maßnahmen hinzu.

Deshalb sollten Fahranfänger nicht nur auf die Höhe des Bußgeldes achten. Entscheidend ist, ob der Vorwurf Auswirkungen auf Probezeit, Fahrerlaubnis und künftige Einträge haben kann.

Hinweis zum Monatsfahrverbot

Für Pkw ist bei einem einzelnen Verstoß von 66 km/h außerorts die jeweilige Sanktionsstufe vorgesehen. Wenn innerhalb eines Jahres aber zweimal eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr rechtskräftig wird, kann nach § 4 Abs. 2 BKatV ein Fahrverbot von einem Monat hinzukommen.

Weitere Geschwindigkeitsverstöße

Messgeräte, die außerorts häufig eingesetzt werden

Außerorts kommen je nach Messstelle unterschiedliche Geräte zum Einsatz. Besonders relevant sind semistationäre Anhänger, mobile Lasermessungen und fest eingerichtete Messstellen auf Landstraßen oder Autobahnen.

FAQ zu 66 km/h außerorts zu schnell

Was kostet 66 km/h zu schnell außerorts?

Nach dieser Übersicht beträgt das Bußgeld 600,00 Euro. Gebühren und Auslagen können im Bußgeldbescheid zusätzlich berechnet werden.

Gibt es Punkte in Flensburg?

Ja, nach dieser Übersicht sind 2 Punkte möglich.

Droht ein Fahrverbot?

Nach dieser Übersicht ist 2 Monate relevant. Zusätzlich kann bei wiederholten Verstößen ein Monatsfahrverbot in Betracht kommen.

Wie lange habe ich für einen Einspruch?

Gegen einen Bußgeldbescheid kann in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden.

Welche Unterlagen sind wichtig?

Wichtig sind Bußgeldbescheid, Umschlag, Anhörungsbogen, Messfoto, Aktenzeichen und alle weiteren Schreiben der Behörde.