Bußgeldtabellen und alles Wichtige zum Bußgeldbescheid nach Geschwindigkeitsüberschreitungen
Geblitzt – und jetzt? Eine Geschwindigkeitsüberschreitung kann laut Bußgeldkatalog 2026 Bußgeld, Punkte und Fahrverbot nach sich ziehen. Doch nicht jeder Bescheid ist rechtens. Erfahren Sie, womit Sie rechnen müssen und welche Möglichkeiten Sie haben.
Geschwindigkeitsüberschreitung: Das Wichtigste in Kürze
- Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts beginnt das Bußgeld bei 30 €; ab 21 km/h droht regelmäßig 1 Punkt.
- Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts beginnt das Bußgeld bei 20 €; ab 21 km/h droht regelmäßig 1 Punkt.
- Auch ein Fahrverbot kann je nach Höhe der Überschreitung oder bei wiederholten Tempoverstößen im Raum stehen.
- Nach Zustellung des Bußgeldbescheids haben Sie nur 14 Tage Zeit für einen Einspruch.
Ihnen wird ein Geschwindigkeitsverstoß vorgeworfen? Legen Sie Einspruch ein!
Kostenlos Einspruch prüfenInhaltsverzeichnis
- Geschwindigkeitsüberschreitung: Welche Strafe droht?
- Bußgeld außerorts: Was kostet der Tempoverstoß?
- Bußgeld innerorts: Was kostet der Tempoverstoß?
- Geschwindigkeitsverstoß innerorts: Was gilt?
- Geschwindigkeitsverstoß außerorts: Was gilt?
- Tempoverstoß auf der Autobahn: Was gilt?
- Ab wann drohen Punkte?
- Ab wann droht ein Fahrverbot?
- Bußgeldkatalog Geschwindigkeit: Wie ist er aufgebaut?
- Toleranzabzug: Wie viel wird abgezogen?
- Geschwindigkeitsverstoß in der Probezeit: Was droht?
- Verjährung: Wann ist der Vorwurf erledigt?
- Was steht im Bußgeldbescheid?
- Wie läuft das Bußgeldverfahren ab?
- Wie wird das Tempo gemessen?
- Messfehler: Was macht den Vorwurf angreifbar?
- Wann lohnt sich ein Einspruch?
- Bescheid prüfen: Worauf kommt es an?
- Die häufigsten Fragen
Welche Strafe droht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung?
Eine Geschwindigkeitsüberschreitung ist im Regelfall eine Ordnungswidrigkeit. Die Strafe bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung richtet sich nach dem gemessenen Tempo, dem Ort des Verstoßes und dem Wert nach Toleranzabzug.
Je nach Fall entstehen Bußgeld, Gebühren, Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot. Innerorts greifen die höheren Sätze früher als außerorts. Ein Geschwindigkeitsverstoß in der Probezeit kann zusätzlich ein Aufbauseminar und eine verlängerte Probezeit auslösen.
Wie hoch ist das Bußgeld bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts?
Stand: 15.09.2026. Die Tabelle zeigt die Bußgelder für Pkw und Motorrad bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts. Gebühren und Auslagen können über den Schalter ein- oder ausgeblendet werden.
P = Punkte, FV = Fahrverbot, M. = Monat(e).
| Bußgeldkatalog 2026 Außerorts: PKW & Motorrad Bußgeldkatalog 2026 Außerorts | ||||
|---|---|---|---|---|
| Zu schnellkm/h | Bußgeld | PunkteP | FahrverbotFV | Einspruch |
| 0-10 | 20 € | 0 | - - | eher nicht |
| 11-15 | 40 € | 0 | - - | eher nicht |
| 16-20 | 60 € | 0 | - - | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 21-25 | 100 € | 1 | - - | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 26-30 | 150 € | 1 | -* -* | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 31-40 | 200 € | 1 | -* -* | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 41-50 | 320 € | 2 | 1 Monat 1 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 51-60 | 480 € | 2 | 1 Monat 1 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 61-70 | 600 € | 2 | 2 Monate 2 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| über 70 | 700 € | 2 | 3 Monate 3 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
Wie hoch ist das Bußgeld bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts?
Innerorts fallen höhere Bußgelder an. Der Bußgeldkatalog bewertet eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb geschlossener Ortschaften strenger, weil kurze Reaktionswege, Kreuzungen, Fußgänger und Radfahrer das Risiko erhöhen. Maßgeblich bleibt, ob die Messstelle innerhalb oder außerhalb einer geschlossenen Ortschaft lag.
P = Punkte, FV = Fahrverbot, M. = Monat(e).
| Bußgeldkatalog 2026 Innerorts: PKW und Motorrad Bußgeldkatalog 2026 Innerorts | ||||
|---|---|---|---|---|
| Zu schnellkm/h | Bußgeld | PunkteP | FahrverbotFV | Einspruch |
| Bis 10 | 30 € | - | - - | eher nicht |
| 11-15 | 50 € | - | - - | eher nicht |
| 16-20 | 70 € | - | - - | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 21-25 | 115 € | 1 | - - | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 26-30 | 180 € | 1 | -* -* | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 31-40 | 260 € | 2 | 1 Monat 1 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 41-50 | 400 € | 2 | 1 Monat 1 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 51-60 | 560 € | 2 | 2 Monate 2 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| 61-70 | 700 € | 2 | 3 Monate 3 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
| Über 70 | 800 € | 2 | 3 Monate 3 M. | Kostenlos prüfenJetzt prüfen |
Gebühren
Kommt es zum Bescheid, fallen zusätzlich Gebühren und Auslagen an. Der Schalter in der Tabelle zeigt die Beträge auf Wunsch inklusive dieser Kosten.
Wiederholungstäter
Ein zusätzliches Fahrverbot kann drohen, wenn innerhalb eines Jahres erneut mindestens 26 km/h zu schnell gefahren wird. Entscheidend ist die rechtskräftige Vorahndung.
Toleranzabzug
Für die Sanktion zählt der Messwert nach Abzug der Toleranz. Bei vielen Messungen werden mindestens 3 km/h oder 3 Prozent abgezogen.
Probezeit
Geschwindigkeitsverstöße ab 21 km/h gelten in der Probezeit als A-Verstoß. Die Fahrerlaubnisbehörde kann eine Probezeitverlängerung und ein Aufbauseminar anordnen.
* Zusätzlich kann nach § 4 Abs. 2 BKatV ein einmonatiges Fahrverbot in Betracht kommen, wenn bereits wegen mindestens 26 km/h zu schnell rechtskräftig eine Geldbuße festgesetzt wurde und innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft erneut mindestens 26 km/h zu schnell gefahren wird.
Was gilt bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts?
Innerorts gelten strengere Regeln, weil sich Autos, Radfahrer, Fußgänger und parkende Fahrzeuge auf engem Raum begegnen. Schon kleine Fehler haben hier Folgen. Deshalb steigt das Bußgeld innerorts schneller als außerorts.
Ab 21 km/h über dem Limit droht in der Regel ein Punkt. Ab 31 km/h sieht der Bußgeldkatalog für Pkw und Motorrad ein Fahrverbot vor. Wer in einer Tempo-30-Zone oder vor einer Schule zu schnell fährt, muss zusätzlich damit rechnen, dass die Behörde den Vorwurf besonders kritisch bewertet.
Entscheidend bleibt der Wert nach dem Toleranzabzug. Liegt der Messwert knapp an einer Grenze, kann ein km/h darüber oder darunter den Unterschied zwischen Verwarnung, Punkt oder Fahrverbot ausmachen.
Was gilt bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts?
Außerorts fallen die Regelsätze niedriger aus als innerorts. Trotzdem erreichen Fahrer auf Landstraßen und Autobahnen schneller hohe Überschreitungen. Das erhöht die Kosten der Geschwindigkeitsüberschreitung und bringt Punkte oder Fahrverbote ins Spiel.
Bei Pkw und Motorrad droht ab 21 km/h zu schnell ein Punkt. Ein Regelfahrverbot beginnt außerorts grundsätzlich ab 41 km/h. Bei wiederholten Verstößen kann schon ab 26 km/h ein zusätzliches Fahrverbot drohen.
Auf Landstraßen gilt für Pkw außerhalb geschlossener Ortschaften meist 100 km/h, sofern Verkehrszeichen kein anderes Limit vorgeben. Für Lkw, Gespanne oder Fahrzeuge mit Anhänger gelten niedrigere Grenzen. Wer den Bescheid erhält, sollte deshalb prüfen, ob die Behörde das richtige Fahrzeug und den richtigen Tatort zugrunde gelegt hat.
Was gilt bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn?
Auf Autobahnen gibt es nicht überall ein festes Tempolimit. Wo ein Verkehrszeichen nach der StVO eine Geschwindigkeit vorgibt, gilt diese Grenze verbindlich. Wer sie überschreitet, begeht eine Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts.
Ohne angeordnetes Tempolimit gilt für Pkw die Richtgeschwindigkeit 130 km/h. Sie ist keine starre Höchstgeschwindigkeit. Bei einem Unfall kann ein Tempo oberhalb der Richtgeschwindigkeit aber eine Rolle spielen, wenn es um Haftung oder Mithaftung geht.
Auf Autobahnen messen Behörden Geschwindigkeit stationär, mobil, per Videonachfahrt oder in Baustellen. Gerade Baustellenfälle verdienen Aufmerksamkeit: Spurbreite, Beschilderung, Messaufbau und Zuordnung des Fahrzeugs müssen zusammenpassen.
Wann gibt es Punkte bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung?
Punkte gibt es, wenn der Verstoß als sicherheitsrelevant gilt. Bei Pkw und Motorrad beginnt die Eintragung regelmäßig ab 21 km/h zu schnell. Die Punkte landen im Fahreignungsregister in Flensburg.
Bei höheren Überschreitungen können zwei Punkte entstehen. Das betrifft vor allem Fälle, in denen der Bußgeldkatalog zugleich ein Fahrverbot vorsieht. Punkte wirken über den Einzelfall hinaus, weil sie den Punktestand erhöhen und bei Fahranfängern Probezeitmaßnahmen auslösen können.
Wer bereits Punkte hat, sollte einen neuen Bescheid nicht nur nach dem Bußgeld bewerten. Entscheidend ist auch, ob die neue Eintragung zu einer Ermahnung, Verwarnung oder weiteren fahrerlaubnisrechtlichen Folgen führen kann.
Wann droht ein Fahrverbot wegen Geschwindigkeitsüberschreitung?
Ein Fahrverbot bedeutet: Der Führerschein muss für eine bestimmte Zeit abgegeben werden. Bei Pkw und Motorrad droht es innerorts ab 31 km/h und außerorts ab 41 km/h zu schnell. Je nach Höhe der Überschreitung dauert es ein, zwei oder drei Monate.
Außerdem gibt es die Wiederholungstäterregel. Wer innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft erneut mindestens 26 km/h zu schnell fährt, muss mit einem zusätzlichen einmonatigen Fahrverbot rechnen. Rechtsgrundlage ist § 4 Abs. 2 BKatV.
Bei beruflicher Abhängigkeit vom Führerschein lohnt sich eine genaue Prüfung. In besonderen Einzelfällen kann die Verteidigung darauf zielen, das Fahrverbot abzuwenden oder gegen eine erhöhte Geldbuße zu ersetzen. Einen Anspruch darauf gibt es nicht.
Bußgeld berechnen: schnell und einfach
Der Bußgeldrechner hilft, die voraussichtliche Strafe einzuordnen. Dafür sind vor allem Tempo, Tatort, Fahrzeugart und mögliche Besonderheiten wie Probezeit oder Wiederholung wichtig.
Das Ergebnis ersetzt keine rechtliche Prüfung. Es zeigt aber, ob Bußgeld, Punkte oder Fahrverbot im Raum stehen und ob sich ein genauer Blick auf den Bescheid lohnt.
Zum BußgeldrechnerWie ist der Bußgeldkatalog Geschwindigkeit aufgebaut?
Die Bußgeldtabellen arbeiten mit festen Stufen. Dadurch kann ein kleiner Unterschied beim Messwert große Folgen haben. Besonders wichtig sind die Grenzen 20/21 km/h, 25/26 km/h, 30/31 km/h und 40/41 km/h.
Ein Beispiel: Nach Abzug der Toleranz bleiben 20 km/h zu schnell übrig. Dann droht meist nur ein Bußgeld. Bleiben 21 km/h übrig, kommt ein Punkt hinzu. Bei 31 km/h innerorts kann zusätzlich ein Fahrverbot folgen.
Deshalb verdienen Grenzfälle eine genaue Prüfung. Messwert, Toleranz, Messort, Beschilderung und Fahrerfoto entscheiden darüber, welche Stufe die Behörde anwenden darf.
Welche Toleranz wird bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung abgezogen?
Die Behörde darf nicht einfach den Rohmesswert verwenden. Bei einer Geschwindigkeitsmessung wird ein Sicherheitsabschlag berücksichtigt. Dieser Abzug heißt Toleranzabzug.
Bei vielen standardisierten Messverfahren gelten als Orientierung: bis 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, bei mehr als 100 km/h 3 Prozent. Einzelne Messarten, Nachfahrmessungen oder besondere Gerätevorgaben können abweichen.
Der abgezogene Wert ist wichtig, weil nur die verwertbare Geschwindigkeit zählt. Beispiel: Gemessen werden 84 km/h bei erlaubten 50 km/h. Nach 3 km/h Toleranz bleiben 81 km/h. Der Vorwurf lautet dann 31 km/h zu schnell.
Was passiert bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit?
Fahranfänger trifft eine Geschwindigkeitsüberschreitung härter, wenn der Verstoß probezeitrechtliche Folgen auslöst. Ab 21 km/h zu schnell liegt regelmäßig ein sogenannter A-Verstoß vor. Das ist ein schwerwiegender Verstoß in der Probezeit.
Beim ersten A-Verstoß ordnet die Fahrerlaubnisbehörde ein Aufbauseminar an und verlängert die Probezeit um zwei Jahre. Die Kosten des Seminars kommen zum Bußgeld hinzu. Wird die Teilnahme nicht fristgerecht nachgewiesen, drohen weitere Folgen für die Fahrerlaubnis.
Gerade in der Probezeit lohnt sich deshalb der Blick auf Messung, Foto und Bescheid. Ein km/h weniger kann darüber entscheiden, ob nur ein Verwarnungs- oder Bußgeld bleibt oder ob zusätzliche Maßnahmen folgen.
Wann verjährt eine Geschwindigkeitsüberschreitung?
Bei Verkehrsordnungswidrigkeiten spielt die Verjährung eine wichtige Rolle. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt die Verfolgungsverjährung bei Ordnungswidrigkeiten nach § 24 StVG grundsätzlich sechs Monate.
Die Frist kann durch bestimmte Handlungen unterbrochen werden. Dazu zählen etwa eine Anhörung, der Erlass des Bußgeldbescheids oder andere Maßnahmen nach § 33 OWiG. Nach einer Unterbrechung beginnt die Frist neu.
Betroffene sollten deshalb Datum des Verstoßes, Datum der Anhörung und Zustellung des Bescheids festhalten. Bei unklaren Fristen kann der Verjährungsrechner eine erste Orientierung geben.
Bei einem Vorwurf einer Geschwindigkeitsüberschreitung reicht der Blick auf die Bußgeldhöhe nicht aus. Ich prüfe insbesondere, ob Messgerät, Messaufbau, Toleranzabzug, Fahrerfoto und Zustellung nachvollziehbar dokumentiert sind. Erst die Akte zeigt, ob konkrete Einwände bestehen.Kostenlose Erstberatung
Was steht im Bußgeldbescheid nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung?
Der Bußgeldbescheid nennt den Tatvorwurf, den Messort, die Tatzeit, das Fahrzeug, die Beweismittel und die festgesetzten Folgen. Dazu gehören Geldbuße, Gebühren, Punkte und ein mögliches Fahrverbot.
Vor dem Bescheid kommt häufig ein Anhörungsbogen oder ein Zeugenfragebogen. Diese Schreiben dienen der Sachverhaltsaufklärung. Wer Angaben zur Fahrereigenschaft macht, sollte vorher wissen, welche Folgen der Vorwurf haben kann.
Nach Zustellung läuft die Einspruchsfrist. Wichtig ist der Umschlag, weil sich daraus der Zustellzeitpunkt ergeben kann. Bewahren Sie daher Bescheid, Umschlag, Foto und Schriftverkehr vollständig auf.
Wie läuft das Verfahren nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung ab?
Nach einer Messung prüft die Behörde, wem das Fahrzeug gehört und wer gefahren sein könnte. Danach folgt meist ein Anhörungsbogen oder Zeugenfragebogen. Später erlässt die Behörde den Bußgeldbescheid.
In jeder Stufe gibt es andere Risiken. Bei der Anhörung geht es um Angaben zur Person und zum Vorwurf. Beim Bescheid geht es um Frist, Rechtsfolge und Beweislage. Beim Einspruch steht die Frage im Mittelpunkt, ob die Behörde den Vorwurf beweisen kann.
| Schritt | Was passiert? | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Anhörung | Die Behörde fragt zum Tatvorwurf oder zur Fahrereigenschaft an. | Keine vorschnellen Angaben zur Sache machen. |
| Zeugenfragebogen | Der Halter wird gefragt, wenn der Fahrer noch nicht feststeht. | Fahrerfoto und Halterdaten prüfen. |
| Bußgeldbescheid | Bußgeld, Punkte und Fahrverbot werden festgesetzt. | Zustellungsdatum und Frist notieren. |
| Einspruch | Der Bescheid kann innerhalb der Frist angegriffen werden. | Messakte, Foto und Rechtsfolge sichern. |
Expertentipp
Bewahren Sie Bescheid, Umschlag, Anhörungsbogen, Zeugenfragebogen und Blitzerfoto vollständig auf. Besonders das Zustelldatum ist wichtig, weil daran die Einspruchsfrist hängt.
Relevante Themen für den Bußgeldkatalog:
Mit welchen Messgeräten wird eine Geschwindigkeitsüberschreitung gemessen?
Behörden nutzen verschiedene Messverfahren. Dazu gehören Radar, Laser, Laserscanner, optische Sensorik, Weg-Zeit-Messung, Videonachfahrt und Abschnittskontrollen. Entscheidend ist, welches Messgerät eingesetzt wurde und welche Vorgaben dafür gelten.
Viele Verfahren gelten als standardisierte Messverfahren. Das bedeutet: Gerichte gehen grundsätzlich von verwertbaren Ergebnissen aus, wenn Gerät, Bedienung und Auswertung den Vorgaben entsprechen. Trotzdem können konkrete Fehler den Vorwurf schwächen.
Welche Messfehler können eine Geschwindigkeitsüberschreitung angreifbar machen?
Ein Bußgeldbescheid ist nicht automatisch richtig. Auch bei moderner Technik können Fehler entstehen: beim Aufbau, bei der Bedienung, bei der Dokumentation oder bei der Zuordnung des Fahrzeugs.
Besonders relevant sind Grenzfälle. Wenn ein Punkt, ein Fahrverbot oder Probezeitmaßnahmen nur knapp erreicht werden, kann ein einzelner Prüfpunkt entscheidend sein.
| Prüfpunkt | Warum wichtig? | Typischer Effekt |
|---|---|---|
| Messfoto | Fahrer und Kennzeichen müssen ausreichend erkennbar sein. | Fahrerzuordnung kann zweifelhaft sein. |
| Eich-/Konformitätsstatus | War das konkrete Messgerät zum Tatzeitpunkt ordnungsgemäß im Einsatz? | Fehler können die Belastbarkeit der Messung betreffen. |
| Messprotokoll | Stimmen Messort, Gerät, Bedienpersonal und dokumentierter Einsatz? | Abweichungen können konkrete Einwände liefern. |
| Gerätevorgaben | Welche Gebrauchsanweisung gilt für das Messsystem? | Abweichungen können die Messung angreifbar machen. |
| Beschilderung | Die zulässige Geschwindigkeit muss klar angeordnet sein. | Falscher Ausgangswert möglich. |
| Toleranz | Der richtige Abzug muss berücksichtigt werden. | Rechtsfolge kann niedriger ausfallen. |
| Fahrspur | Bei mehreren Fahrzeugen muss klar sein, welches Fahrzeug gemessen wurde. | Zuordnung des Messwerts kann offen sein. |
Wann lohnt sich ein Einspruch gegen eine Geschwindigkeitsüberschreitung?
Ein Einspruch lohnt sich vor allem, wenn der Vorwurf spürbare Folgen hat. Das gilt bei Punkten, Fahrverbot, Probezeitfolgen, hohem Bußgeld oder unklarem Fahrerfoto.
Auch formelle Fehler können eine Rolle spielen. Dazu gehören falsche Angaben im Bescheid, unklare Zustellung, Verjährungsfragen oder fehlende Beweismittel. Für den Einspruch sind außerdem Eichung, Gerätestatus, Messprotokoll, Bedienung und Beschilderung wichtig.
Die Frist ist kurz: Gegen den Bescheid bleiben grundsätzlich zwei Wochen ab Zustellung. Wer diese Frist verpasst, kann den Bescheid nur noch in Ausnahmefällen angreifen. Deshalb sollte der Einspruch rechtzeitig eingehen, auch wenn die Prüfung der Messakte erst danach vertieft wird.
Wie lässt sich ein Bußgeldbescheid prüfen?
Eine Prüfung beginnt mit den Unterlagen. Dazu gehören Bußgeldbescheid, Anhörungsbogen, Zeugenfragebogen, Blitzerfoto und Umschlag. Erst danach lässt sich einschätzen, ob die Behörde den Vorwurf belegen kann.
Besonders wichtig sind Messfoto, Messakte, Toleranzabzug, Beschilderung und Fahrerzuordnung. Wenn ein Fahrverbot droht, kommt die Frage hinzu, ob berufliche oder persönliche Härten vorliegen.
Über den Blitzer-Check können Betroffene ihren Fall kostenlos einschätzen lassen. Das hilft, bevor Fristen ablaufen oder vorschnelle Angaben gemacht werden.
Bußgeldbescheid prüfen lassen?
Lassen Sie früh prüfen, ob Messfehler, eine unklare Fahrerzuordnung, ein falscher Toleranzabzug oder Probleme bei der Zustellung vorliegen.
Kostenlos prüfen lassenWeiterführende Themen
FAQ zur Geschwindigkeitsüberschreitung
Was kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung?
Bei Pkw und Motorrad beginnen die Regelsätze bei 20 € außerorts und 30 € innerorts. Je nach Höhe der Überschreitung können Punkte und Fahrverbot hinzukommen.
Ab wann gibt es Punkte bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung?
Regelmäßig droht ab 21 km/h zu schnell ein Punkt in Flensburg. Bei höheren Überschreitungen können zwei Punkte und Fahrverbot folgen.
Wann droht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ein Fahrverbot?
Bei Pkw und Motorrad droht ein Regelfahrverbot innerorts grundsätzlich ab 31 km/h und außerorts ab 41 km/h zu schnell. Zusätzlich kann die Wiederholungstäterregel greifen.
Kann ich gegen eine Geschwindigkeitsüberschreitung Einspruch einlegen?
Ja. Ein Einspruch kann sinnvoll sein, wenn Messung, Foto, Toleranzabzug, Beschilderung, Fahrerzuordnung oder Zustellung zweifelhaft sind.
Wie lange ist die Einspruchsfrist bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung?
Nach Zustellung beträgt die Einspruchsfrist grundsätzlich zwei Wochen.
Quellen und weiterführende Informationen:
- Gesetze im Internet - Bußgeldkatalog-Verordnung
- Gesetze im Internet - § 3 StVO Geschwindigkeit
- Gesetze im Internet - Anlage 13 FeV Punktebewertung
- Gesetze im Internet - § 4 BKatV Regelfahrverbot
- Gesetze im Internet - § 3 BKatV Regelsätze
- Gesetze im Internet - Anlage 12 FeV Probezeit
- Gesetze im Internet - § 2a StVG Probezeitmaßnahmen
- Gesetze im Internet - § 25 StVG Fahrverbot
- Gesetze im Internet - § 26 StVG Zuständigkeit und Verjährung
- Gesetze im Internet - § 33 OWiG Unterbrechung der Verfolgungsverjährung
- Gesetze im Internet - § 107 OWiG Gebühren und Auslagen
- Kraftfahrt-Bundesamt - Tatbestandskatalog
- PTB - Stellungnahme zum Toleranzabzug bei der amtlichen Geschwindigkeitsüberwachung
- Gesetze im Internet - § 67 OWiG Einspruch gegen den Bußgeldbescheid