Burcu Bostan
    Burcu Bostan 28.08.2026 5 Minuten

    Stellantis muss erneut großflächig nachbessern: Weltweit sind knapp eine Million Fahrzeuge von einem Rückruf betroffen. Im Mittelpunkt steht diesmal kein Bauteil, sondern ein Softwareproblem rund um die Rückfahrkamera. Für Fahrer kann das im Alltag mehr sein als nur ein Komfortmangel.


    Das Wichtigste in Kürze:
    • Stellantis ruft weltweit rund 955.000 Fahrzeuge zurück.
    • Betroffen sind vor allem Modelle der Marken Chrysler, Dodge, Jeep und Ram.
    • Ein Softwarefehler kann verhindern, dass das Bild der Rückfahrkamera angezeigt wird.
    • Das Problem soll per Over-the-Air-Update behoben werden.
    • Halter können über die NHTSA-Rückrufsuche oder die KBA-Rückrufdatenbank prüfen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.


    Rückruf bei Stellantis: Kamera bleibt offenbar schwarz

    Der Autokonzern Stellantis ruft weltweit rund 955.000 Fahrzeuge zurück. Auslöser ist ein Softwarefehler im Radio- bzw. Infotainment-System. Dieser kann dazu führen, dass beim Einlegen des Rückwärtsgangs kein Bild der Rückfahrkamera auf dem Display erscheint.

    Was zunächst nach einem digitalen Ärgernis klingt, hat einen sicherheitsrelevanten Kern. Wer rückwärts fährt, verlässt sich häufig auf Kamera, Spiegel und Rundumblick zugleich. Fällt die Kamera unerwartet aus, kann das besonders auf Parkplätzen, in engen Einfahrten oder beim Rangieren schnell kritisch werden. Nach Angaben des Herstellers sind bislang jedoch keine Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Fehler bekannt.



    Diese Modelle können betroffen sein

    Der Rückruf betrifft vor allem Fahrzeuge aus Nordamerika. Allein in den USA geht es laut Hersteller um 848.511 Fahrzeuge. Hinzu kommen weitere Fahrzeuge in Kanada, Mexiko und anderen Märkten außerhalb Nordamerikas.

    Genannt werden unter anderem bestimmte Modelljahre des Chrysler Pacifica, Pacifica Plug-in Hybrid und Voyager, außerdem der Dodge Charger. Bei Jeep können unter anderem Cherokee, Compass, Gladiator, Grand Cherokee, Grand Wagoneer und Wrangler betroffen sein. Auch mehrere Ram-Modelle wie 1500, 2500, ProMaster und ProMaster EV gehören zur Rückrufliste.

    Ob und in welchem Umfang Fahrzeuge in Deutschland betroffen sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Halter sollten deshalb nicht allein auf Modellname oder Baujahr schauen, sondern die Fahrzeug-Identifizierungsnummer prüfen.



    Update soll ohne Werkstattbesuch kommen

    Stellantis will das Problem nach aktuellem Stand per Softwareupdate aus der Ferne beheben. Betroffene Fahrer sollen auf dem Medienbildschirm ihres Fahrzeugs einen Hinweis erhalten, sobald das Update verfügbar ist. In vielen Fällen dürfte deshalb kein klassischer Werkstatttermin nötig sein.

    Trotzdem sollten Halter den Rückruf ernst nehmen. Wird das Kamerabild beim Rückwärtsfahren nicht angezeigt, empfiehlt der Hersteller, besonders aufmerksam zu bleiben und sich zusätzlich auf Innen- und Außenspiegel zu verlassen. Gerade bei neuen Fahrzeugen kann der Ausfall überraschend kommen, weil die Technik normalerweise selbstverständlich funktioniert.



    So prüfen Fahrzeughalter einen Rückruf

    Wer wissen möchte, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, sollte die Fahrzeug-Identifizierungsnummer bereithalten. In den USA lässt sich eine Abfrage über die Rückrufdatenbank der NHTSA durchführen. Für Deutschland ist die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts eine wichtige Anlaufstelle.

    Kommt ein offizielles Schreiben des Herstellers oder einer Behörde an, sollte es nicht ignoriert werden. Auch wenn kein Bußgeld droht, kann ein offener Rückruf für die Verkehrssicherheit relevant sein. Im Zweifel hilft eine Vertragswerkstatt weiter.



    Nicht der erste große Stellantis-Rückruf

    Der aktuelle Vorgang reiht sich in eine Serie größerer Rückrufe ein. Bereits im April wurde ein umfangreicher Stellantis-Rückruf bekannt, bei dem es um Fahrzeuge mit 1,2-Liter-Mildhybrid-Benziner ging. Hintergrund war damals ein möglicher technischer Defekt mit Brandrisiko. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zum Stellantis-Rückruf im April.

    Für den Konzern kommt der neue Rückruf zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Zwar dürfte ein Softwareupdate finanziell weniger schwer wiegen als der Austausch großer Bauteile. Für das Vertrauen in die Marke ist die Häufung solcher Meldungen aber dennoch problematisch. Moderne Fahrzeuge sind längst rollende Computersysteme. Genau deshalb können auch Softwarefehler zu echten Sicherheitsfragen werden.

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