Burcu Bostan
    Burcu Bostan 24.08.2026 5 Minuten

    Eine Woche lang standen Tempokontrollen besonders im Fokus: Vom 3. bis 9. August 2026 lief der zweite Blitzermarathon des Jahres. Einen zentralen Aktionstag gab es diesmal nicht. Stattdessen verteilten Polizei und Behörden ihre Kontrollen über mehrere Tage. Die Bilanz fällt deutlich aus: Trotz Vorankündigung wurden in mehreren Bundesländern tausende Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt.

    Für betroffene Fahrer kann ein einzelnes Blitzerfoto schnell teuer werden. Je nach Tempoverstoß drohen Bußgeld, Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot. Besonders heikel wird es, wenn die Messung in einer Baustelle stattfand oder der Vorwurf knapp über einer wichtigen Grenze liegt.


    Das Wichtigste in Kürze:
    • Die Sommer-Speedweek fand vom 3. bis 9. August 2026 statt und bündelte verstärkte Tempokontrollen über sieben Tage.
    • Trotz vorheriger Ankündigung registrierten die Behörden in mehreren Bundesländern tausende Geschwindigkeitsverstöße.
    • Besonders hohe Verstoßzahlen meldeten Baden-Württemberg sowie Berlin und Brandenburg.


    Berlin und Brandenburg melden rund 40.000 Verstöße

    In Berlin und Brandenburg wurden während der Aktionswoche mehr als 680.000 Fahrzeuge gemessen. Rund 40.000 Fahrer waren dabei schneller unterwegs als erlaubt. Den größeren Anteil verzeichnete Brandenburg mit mehr als 28.000 Tempoverstößen. In Berlin kamen mehr als 12.000 Fälle zusammen.

    Ein besonders deutlicher Verstoß wurde aus der Prignitz gemeldet. Dort fuhr ein Autofahrer mit 143 km/h, obwohl auf dem Abschnitt nur 80 km/h zulässig waren. Bei solchen Differenzen geht es längst nicht mehr nur um ein moderates Verwarnungsgeld. In der Regel stehen dann höhere Sanktionen und weitere Folgen im Raum.



    Baden-Württemberg mit starkem Anstieg

    Noch auffälliger fiel die Bilanz in Baden-Württemberg aus. Dort registrierte die Polizei 84.132 Geschwindigkeitsverstöße. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Sprung: 2025 waren es noch rund 66.500 Fälle. Damit stieg die Zahl der erfassten Verstöße um mehr als ein Viertel.

    Besonders relevant für Betroffene: In 938 Fällen steht ein Fahrverbot im Raum. Das betrifft regelmäßig Fahrer, die innerorts mehr als 31 km/h oder außerorts mehr als 41 km/h zu schnell waren. Wer einen entsprechenden Bußgeldbescheid erhält, sollte deshalb genau prüfen, ob Messung und Vorwurf tatsächlich belastbar sind.



    Schleswig-Holstein verzeichnet weniger Fälle

    Ein anderes Bild zeigt sich in Schleswig-Holstein. Dort wurden während der Speedweek 14.868 Tempoverstöße festgestellt. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei mehr als 23.000. Der Rückgang fällt damit deutlich aus.

    Die Polizei verweist auf mehrere mögliche Gründe. Zum einen könnte weniger Verkehr unterwegs gewesen sein. Zum anderen sind viele Messstellen inzwischen bekannt. Manche Fahrer bremsen offenbar dort ab, wo sie einen Blitzer vermuten, und beschleunigen anschließend wieder. Für die Behörden bleibt genau dieses Verhalten ein Problem.



    Bremen: A27-Baustelle wird zum Schwerpunkt

    In Bremen wurden mehr als 5.500 Geschwindigkeitsverstöße gezählt. Fast 120 Fahrer müssen nach Angaben der Behörden mit einem zeitweisen Fahrverbot rechnen.

    Besonders heraus stach eine Baustelle auf der A27. Bei zwei Kontrollen wurden dort fast 2.300 Verstöße registriert. Erlaubt waren 80 km/h. Ein Autofahrer wurde jedoch mit 175 km/h gemessen. Für ihn können mindestens 700 Euro Bußgeld, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot folgen. Gerade in Baustellen wiegen Tempoverstöße schwer, weil Fahrstreifen enger sind und weniger Raum für Fehler bleibt.



    Was geblitzte Fahrer jetzt beachten sollten

    Wer während des Blitzermarathons geblitzt wurde, sollte einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid nicht automatisch hinnehmen. Auch bei groß angelegten Kontrollwochen gelten die üblichen Anforderungen. Das Messgerät muss korrekt eingesetzt worden sein, die Beschilderung muss stimmen und auch der Toleranzabzug darf nicht fehlen.

    Eine Prüfung kann besonders sinnvoll sein, wenn:

    • ein Fahrverbot droht,
    • Punkte in Flensburg eingetragen werden sollen,
    • das Blitzerfoto unscharf oder uneindeutig ist,
    • die Messung in einer Baustelle erfolgte,
    • die Beschilderung unklar war,
    • der Vorwurf knapp über einer wichtigen Grenze liegt.

    Wichtig ist vor allem die Frist: Gegen einen Bußgeldbescheid bleiben ab Zustellung nur zwei Wochen Zeit. Wer reagieren möchte, sollte deshalb nicht zu lange warten.



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