Burcu Bostan
    Burcu Bostan 26.02.2026 5 Minuten

    Mercedes zieht die Reißleine: Wegen Brandgefahr startet der Hersteller einen Rückruf für die SUV-Modelle EQA und EQB. Betroffene sollten das Risiko nicht unterschätzen und umgehend den Rückrufstatus ihres Fahrzeugs prüfen.


    Das Wichtigste in Kürze:
    • Wegen Brandgefahr startet Mercedes einen neuen Rückruf für die SUV-Modelle EQA und EQB.
    • Ursache ist ein möglicher Defekt in der Hochvolt-Batterie.
    • Zunächst wurde nur per Software eingegriffen – mit Nachteilen für Ladeleistung und Reichweite.
    • Nun folgt der vollständige Austausch der Batterie.


    Mercedes-Rückruf: EQA und EQB betroffen

    Ein sicherheitsrelevanter Rückruf sorgt derzeit für Bewegung im Segment der Elektro-SUV. Betroffen sind die Modelle Mercedes EQA und EQBaus den Baujahren 2021 bis 2024. Nach aktuellen Angaben sind weltweit 51.729 Fahrzeuge Teil der Maßnahme, davon 4.677 in Deutschland.

    Die Größenordnung zeigt: Hier geht es nicht um vereinzelte technische Auffälligkeiten, sondern um eine international abgestimmte Aktion. Ziel ist es, ein mögliches Sicherheitsrisiko konsequent zu beseitigen.



    Rückrufbescheid erhalten?

    Halter betroffener Fahrzeuge werden schriftlich informiert, sobald ihre Fahrgestellnummer (FIN) im Rückrufsystem hinterlegt ist. Kernpunkt der Maßnahme ist der Austausch der Hochvoltbatterie in einer autorisierten Werkstatt.

    In Deutschland ist die Aktion beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unter der Referenznummer 16136R registriert. Die Behörde überwacht sicherheitsrelevante Rückrufe und stellt sicher, dass Hersteller ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen.

    Liegt bislang kein Schreiben vor, empfiehlt sich dennoch eine eigenständige Überprüfung. Mit der FIN kann direkt beim Hersteller oder beim Servicepartner geklärt werden, ob das Fahrzeug zur Austauschaktion gehört.



      Online-Check für Ihr Fahrzeug
      Prüfen Sie hier, ob Ihr EQA oder EQB von der Maßnahme erfasst ist.

    Hintergrund der Maßnahme

    Nach bisherigen Erkenntnissen kann es innerhalb der Hochvoltbatterie zu einem Defekt einzelner Zellen kommen. In bestimmten Konstellationen besteht die Möglichkeit eines internen Kurzschlusses. Im ungünstigsten Fall kann dies eine thermische Reaktion auslösen, die mit einem Brandrisiko verbunden ist.

    Dokumente der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA brachten zusätzliche Aufmerksamkeit. Dort wurde unter anderem festgehalten, dass in China mehrere Fahrzeuge in Brand geraten waren. Die darauf folgenden technischen Analysen führten zur Entscheidung, eine umfassende Lösung umzusetzen.

    Zunächst setzte der Hersteller auf ein Update des Batteriemanagementsystems, um das Risiko durch angepasste Ladeparameter zu reduzieren. Diese Zwischenlösung hatte jedoch praktische Auswirkungen: längere Ladezeiten und eine eingeschränkte nutzbare Kapazität.

    Mit dem nun vorgesehenen kompletten Austausch der Hochvoltbatterie soll die Problematik nachhaltig behoben und die ursprüngliche Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge wiederhergestellt werden.



    Batteriebrände bei E-Autos

    Technische Auffälligkeiten in Hochvoltsystemen werden von Herstellern und Behörden besonders ernst genommen. Rückrufe mit möglichem Brandrisiko gelten stets als sicherheitsrelevant und sind keine freiwilligen Serviceleistungen.

    Auch andere Hersteller waren in den vergangenen Monaten mit ähnlichen Fragestellungen konfrontiert. So starteten unter anderem BMW und Audi Rückrufaktionen im Zusammenhang mit möglichen Batteriebrandrisiken.



    Empfehlungen für betroffene Fahrzeughalter

    • Rückrufstatus aktiv überprüfen, auch ohne offizielles Anschreiben.
    • Einen Termin beim Servicepartner zeitnah vereinbaren.
    • Werkstattberichte und Korrespondenz dokumentieren, insbesondere bei Nutzungseinschränkungen.
    • Bei längerer Standzeit oder wirtschaftlichen Nachteilen kann eine rechtliche Prüfung möglicher Ansprüche durch einen Anwalt für Verkehrsrecht in Betracht kommen.

    Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.



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