MULTANOVA 6F: Funktionsweise der Radarmessung und Prüfpunkte

MULTANOVA 6F ist ein Verkehrsradargerät zur Geschwindigkeitsmessung. Wichtig sind vor allem Doppler-Radar, Radarfoto, Auswertebereich und die konkrete Zuordnung des Messwerts zum Fahrzeug.

Julia Obrazova, Autorin des Beitrags
Redaktionell erstellt von: Julia Obrazova Fachlich geprüft von: Kay Stolle, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Transport- und Speditionsrecht Veröffentlicht: 28.07.2026 · Fachlich geprüft: 05.08.2026 · Aktualisiert: 17.08.2026 · Lesezeit: etwa 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • MULTANOVA 6F ist ein transportabel einsetzbares Verkehrsradargerät zur Geschwindigkeitsmessung mit dem PTB-Zulassungszeichen 18.11 / 84.64.
  • Das Gerät arbeitet nach dem Doppler-Radarprinzip: Aus der Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen wird die Geschwindigkeit berechnet.
  • Besonders prüfbar sind Radarfoto, Auswertebereich, Fahrzeugzuordnung, Aufstellung, Eichung und Messprotokoll.
  • Die PTB führt MULTANOVA 6F inzwischen im Archiv der Verkehrsradargeräte; das bedeutet nicht automatisch, dass ältere Messungen unverwertbar sind.

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Was ist MULTANOVA 6F?

MULTANOVA 6F ist ein transportabel einsetzbares Verkehrsradargerät zur Geschwindigkeitsmessung. Die PTB führt die Bauart MULTANOVA 6F für transportablen Einsatz mit dem Zulassungszeichen 18.11 / 84.64. Der spätere PTB-Zulassungsinhaber ist JENOPTIK Robot GmbH; historischer Hersteller und früherer Zulassungsinhaber war die MULTANOVA AG.

Für Betroffene ist der Gerätename allein nicht genug. Entscheidend ist, ob die konkrete Messung mit der passenden Geräteversion durchgeführt wurde und ob Bußgeldbescheid, Radarfoto und Messakte den Vorwurf nachvollziehbar tragen.

MULTANOVA 6F Radarmessgerät bei einer Geschwindigkeitsmessung
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Wie funktioniert MULTANOVA 6F?

MULTANOVA 6F misst die Geschwindigkeit mit Doppler-Radar. Die Radarantenne sendet elektromagnetische Wellen aus. Treffen diese Wellen auf ein fahrendes Fahrzeug, werden sie zurückgeworfen. Weil sich das Fahrzeug bewegt, verändert sich die Frequenz des reflektierten Signals.

Aus dieser Frequenzverschiebung berechnet das Gerät die Geschwindigkeit. Danach muss der Messwert dem richtigen Fahrzeug auf dem Radarfoto zugeordnet werden. Genau dort liegt ein wichtiger Unterschied zu Geräten wie ESO ES 8.0 oder PoliScan, die mit anderen Messprinzipien arbeiten.

Technische Einordnung von MULTANOVA 6F

ProduktbezeichnungMULTANOVA 6F
GeräteartVerkehrsradargerät / Geschwindigkeitsüberwachungsgerät
MessprinzipDoppler-Radar
Typischer EinsatzGeschwindigkeitsmessung im transportablen Einsatz
PTB-Zulassungszeichen18.11 / 84.64
Späterer PTB-ZulassungsinhaberJENOPTIK Robot GmbH
Historischer Hersteller/ZulassungsinhaberMULTANOVA AG
PTB-StatusArchiv der Verkehrsradargeräte
DokumentationRadarfoto, Messwertzuordnung, Messprotokoll, Eichnachweis und Angaben zur Messstelle

Welche MULTANOVA-6F-Varianten gibt es?

Die MULTANOVA-6F-Familie umfasst mehrere Bauarten, die nicht miteinander verwechselt werden sollten. Für die rechtliche Prüfung zählt die konkrete Geräteversion, weil Einsatzart, Dokumentation und zusätzliche Prüfstellen unterschiedlich sein können.

Variante Einordnung PTB-Zulassungszeichen
MULTANOVA 6F transportabler Einsatz 18.11 / 84.64
MULTANOVA 6FM Einsatz während der Fahrt 18.11 / 06.03
MULTANOVA 6FAFB weitere Bauartvariante 18.11 / 97.08
MULTANOVA 6FAFB WVZ Anbindung an Wechselverkehrszeichen 18.11 / 98.02

Gerade bei einer WVZ-Anbindung kann zusätzlich wichtig werden, welche zulässige Geschwindigkeit zum Tatzeitpunkt angezeigt und wie diese Information von der Anlage verarbeitet wurde. Das ist ein anderer Prüfpunkt als bei der normalen transportablen MULTANOVA-6F-Messung.

Welche Bedeutung hat der Auswertebereich bei MULTANOVA 6F?

Bei MULTANOVA 6F ist nicht nur der angezeigte Geschwindigkeitswert relevant, sondern auch die Zuordnung des Messwerts zum Fahrzeug im Radarfoto. Das VG Düsseldorf beschreibt anhand der Gebrauchsanweisung, dass bei bestimmten MULTANOVA-6F-Ausführungen ein markierter Auswertebereich im Radarbild maßgeblich ist.

Danach darf der Messwert dem Fahrzeug zugeordnet werden, das sich entsprechend den Vorgaben im Auswertebereich befindet. Das Gericht nennt dabei frühe, normale und späte Messsituationen. Für Betroffene bedeutet das: Bei mehreren Fahrzeugen, ungünstiger Position oder unklaren Markierungen sollte das Radarfoto genau ausgewertet werden.

Kann MULTANOVA 6F mehrere Fahrzeuge gleichzeitig erfassen?

Befinden sich mehrere Fahrzeuge im Radarbereich, zählt vor allem die eindeutige Zuordnung des Messwerts. Bei MULTANOVA 6F muss nachvollziehbar sein, welches Fahrzeug den Radarmesswert ausgelöst hat und ob dieses Fahrzeug nach den Vorgaben der konkreten Geräteausführung im Auswertebereich liegt.

Der Auswertebereich im Radarfoto ist deshalb kein Nebendetail. Er verbindet den technischen Messwert mit dem sichtbaren Fahrzeug und kann bei dichtem Verkehr, Spurwechseln oder mehreren Fahrzeugen im Bild ein wichtiger Prüfpunkt sein.

Ist MULTANOVA 6F ein standardisiertes Messverfahren?

Ja. Messungen mit Geräten der MULTANOVA-6F-Familie werden in der Rechtsprechung grundsätzlich als standardisierte Messverfahren behandelt. Das erleichtert die Beweisführung der Behörde, ersetzt aber nicht die Prüfung des konkreten Messvorgangs.

Das VG Düsseldorf bestätigte dies 2016 für eine MULTANOVA 6FAFB mit Anbindung an Wechselverkehrszeichen. Gerade diese Entscheidung zeigt aber auch, wie wichtig Geräteversion, Auswertebereich und konkrete Messsituation für die Einordnung des einzelnen Falls bleiben.

Auch bei einem standardisierten Messverfahren müssen Geräteversion, Eichung, Aufstellung, Messprotokoll und Fahrzeugzuordnung passen. Sobald konkrete Auffälligkeiten erkennbar sind, kann eine nähere Prüfung der Messakte sinnvoll sein.

Was kann bei MULTANOVA 6F konkret geprüft werden?

Die Prüfung einer MULTANOVA-6F-Messung konzentriert sich auf Radaraufbau, Messsituation und die Zuordnung im Radarfoto. Diese Punkte betreffen das Gerät selbst und gehen über eine bloße Fristenprüfung hinaus.

  • Gerätemodell: Wurde tatsächlich MULTANOVA 6F oder eine andere 6F-Variante eingesetzt?
  • Aufstellung: Passten Standort, Höhe, Ausrichtung und Messbereich zur konkreten Fahrbahn?
  • Radar-Messsituation: Gab es weitere Fahrzeuge oder andere Besonderheiten im Erfassungsbereich, die für die eindeutige Zuordnung des Messwerts relevant sein können?
  • Fahrzeugzuordnung: Ist auf dem Radarfoto eindeutig erkennbar, welches Fahrzeug den Messwert ausgelöst hat?
  • Auswertebereich: Befand sich das gemessene Fahrzeug entsprechend den Vorgaben im markierten Bereich?
  • Eichung: War das konkrete Gerät zum Tatzeitpunkt gültig geeicht?
  • Messprotokoll: Sind Messort, Messzeit, Bedienperson, Geräteangaben und Messbeginn nachvollziehbar dokumentiert?
  • Software- und Gerätestand: Passt die dokumentierte Version zur eingesetzten Bauart?
Das sagt Rechtsanwalt Kay Stolle

Fachliche Einordnung zu MULTANOVA 6F

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Beim MULTANOVA 6F würde ich besonders darauf achten, ob Radarfoto und Messwert eindeutig demselben Fahrzeug zugeordnet werden können und ob die konkrete Radarmesssituation den Vorgaben entspricht. Gerade bei mehreren Fahrzeugen im Erfassungsbereich ist die Auswertung des Bildes ein wichtiger Punkt.

Welche Folgen kann eine MULTANOVA-6F-Messung haben?

Die Rechtsfolgen richten sich nach der gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitung und dem Ort des Verstoßes. Je nach Höhe der Überschreitung kommen Bußgeld, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot in Betracht.

Die Einspruchsfrist bleibt ein eigener Verfahrenspunkt: Nach Zustellung eines Bußgeldbescheids läuft regelmäßig die zweiwöchige Frist nach § 67 OWiG. Wer eine MULTANOVA-6F-Messung prüfen lassen möchte, sollte deshalb nicht erst kurz vor Fristablauf handeln.

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Messgeräte können ähnlich wirken, unterscheiden sich aber bei Messprinzip, Beweisfoto und Auswertung. Vergleichen Sie MULTANOVA 6F deshalb auch mit verwandten Geräteseiten.

FAQ zu MULTANOVA 6F

Was ist MULTANOVA 6F?

MULTANOVA 6F ist ein transportabel einsetzbares Verkehrsradargerät zur Geschwindigkeitsmessung. Die PTB führt die Bauart mit dem Zulassungszeichen 18.11 / 84.64.

Misst MULTANOVA 6F mit Radar oder Laser?

MULTANOVA 6F misst mit Radar. Das Gerät arbeitet nach dem Dopplerprinzip und berechnet die Geschwindigkeit aus der Frequenzverschiebung reflektierter Radarwellen.

Wie funktioniert der Dopplereffekt bei MULTANOVA 6F?

Das Gerät sendet Radarwellen aus. Ein fahrendes Fahrzeug reflektiert diese Wellen mit veränderter Frequenz. Aus dieser Veränderung wird die Geschwindigkeit berechnet.

Welche MULTANOVA-6F-Versionen gibt es?

Neben MULTANOVA 6F für transportablen Einsatz gibt es unter anderem MULTANOVA 6FM, MULTANOVA 6FAFB und MULTANOVA 6FAFB mit Anbindung an Wechselverkehrszeichen.

Welche Bedeutung hat der Auswertebereich?

Der Auswertebereich ist wichtig für die Zuordnung des Messwerts zum Fahrzeug im Radarfoto. Unklare Markierungen oder mehrere Fahrzeuge im Erfassungsbereich können prüfungsrelevant sein.

Ist MULTANOVA 6F ein standardisiertes Messverfahren?

Ja. Messungen mit Geräten der MULTANOVA-6F-Familie werden grundsätzlich als standardisierte Messverfahren behandelt. Trotzdem können konkrete Auffälligkeiten bei Gerätebetrieb, Aufstellung oder Auswertung überprüft werden.

Was ist bei mehreren Fahrzeugen im Radarbereich wichtig?

Entscheidend ist, ob der Messwert eindeutig einem Fahrzeug zugeordnet werden kann. Der Auswertebereich im Radarfoto spielt dabei eine zentrale Rolle.

Welche Rolle spielt das Radarfoto?

Das Radarfoto ist zentral für die Fahrzeugzuordnung. Es sollte erkennbar machen, welches Fahrzeug dem Messwert zugeordnet wurde und ob der Auswertebereich eingehalten ist.

Wird MULTANOVA 6F heute noch neu in Verkehr gebracht?

Die PTB führt MULTANOVA 6F im Archiv. Die dort aufgeführten Verkehrsradargeräte sind seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr für die erstmalige Bereitstellung auf dem Markt bestimmt.

Was kann bei einer MULTANOVA-6F-Messung konkret geprüft werden?

Prüfbar sind vor allem Geräteversion, Eichung, Aufstellung, Radar-Messsituation, Auswertebereich, Radarfoto, Messprotokoll und Fahrzeugzuordnung.